Geschichte

• 1348: die erste deutsche Universität wird von Kaiser Karl IV. als „Alma mater carolina pragensis“ in Prag gegründet

• 1806: ebenfalls in Prag wird die erste deutsche Technische Hochschule errichtet

• 1818: Stiftung der Burschenschaft Teutonia I als erste Prager Studentenverbindung; diese wird jedoch bereits 1823 von Metternich wieder aufgelöst

• 1848: Sturz Metternichs und erneute Welle der Verbindungsgründungen, darunter auch die burschenschaftliche Teutonia II und deren Abspaltung Markomannia

• 1849: Niederschlagung der Märzrevolution und Auflösung der Verbindungen unter dem wieder erstarkten Metternich

• 1859: Tod Metternichs und Gründung des „Bierherzogtums Lichtenhain“ im Zuge der Feiern zum 100. Geburtstag Schillers

• 1860: Gründungswelle neuer Prager Verbindungen unter dem Einfluß des Bonner Westfalen Stall

• 07.12.1864: nach 15 Jahren burschenschaftlicher Abstinenz stiften Studenten der Pharmazie an der Philosophischen Fakultät der Karlsuniversität, die einer mineralogischen Tischgesellschaft Tesseralia angehören, auf Anregung eines Mitglieds der Verbindung Austria die akademisch-pharmazeutische Burschenschaft Thessalia zu Prag mit den Farben Schwarz-Rot-Silber, schwarzen Samtmützen und Stürmern, dem burschenschaftlichen Zirkel in der heutigen Form und dem Wahlspruch „Unus pro omnibus – omnes pro uno!“

• Thessalia somit die älteste noch existierende Prager Burschenschaft

• WS 1869/70: Konservativerklärung und erste Schlägermensuren gegen die technische Verbindung Suevia, das spätere Corps

• 1870: Umbenennung in Verbindung, ohne den burschenschaftlichen Charakter aufzugeben

• 11.10.1871: Bismarcks Reichsgründung ist Freude und Anlaß genug zur Änderung der Farben in schwarz-weiß-rot bei roten Mützen; Einführung eines schwarz-weißen Fuchsenbands mit roter Einfassung

• 16.03.1878: Gründung des ersten burschenschaftlichen Prager DC durch Carolina (rote Richtung), Teutonia IV (weiße Richtung) und Thessalia (blaue Richtung); bei den permanenten Streitigkeiten zwischen den ersten beiden nimmt Thessalia stets einen vermittelnden Standpunkt ein

• 1879: Rückkehr zur schwarzen Mützenfarbe bei kleinem steifem Prager Format

• 10.04.1880: erste burschenschaftliche Korbschlägermensur in Prag auf Thessalenwaffen

• 1883: Rückbenennung in Burschenschaft und Teilnahme an der feierlichen Enthüllung des Burschenschafterdenkmals in Jena

• 16.06.1883 bis 25.05.1886: Kartell mit der Wiener „grünen“ Alemannia, mit der seit frühester Zeit ein Freundschaftsverhältnis bestand

• 1896: Öffnung für alle Fachbereiche der Karlsuniversität und der Deutschen Technischen Hochschule, Einführung der Kranzmütze und Abschaffung des Fuchsenbands

• 1899: Aufnahme in den österreichischen Burschenschafts-Dachverband LDC

• 1902: zweitstärkste Burschenschaft der österreichischen Donaumonarchie und Teilnahme an der Einweihung des Eisenacher Burschenschaftsdenkmals mit sieben Vertretern

• 1913: Thessalia mit sechs Chargierten und zwei Altherrenvertretern bei der Einweihung des Leipziger Völkerschlachtdenkmals

• 1914: geplanter Hauskauf am Prager Malteserplatz wird durch den Ausbruch des Ersten Weltkriegs verhindert; von 66 Kriegsteilnehmern kehren 6 nicht wieder aus dem Felde zurück

• 1919: Aufnahme der österreichischen Burschenschaften in die Deutsche Burschenschaft (DB)

• WS 1932/33: Thessalia die an Aktiven stärkste Burschenschaft auf dem Gebiet der ehemaligen Donaumonarchie und hinsichtlich der Anzahl der neu eingesprungenen Füchse an dritter Stelle in der gesamten DB

• 1938: Thessale ficht die letzte Mensur in Prag überhaupt im Rahmen einer Pro-patria-Suite gegen Ghibellinia

• WS 1938/39: Plünderung der Thessalenbude und Schändung der Couleurgegenstände durch den National-Sozialistischen-Deutschen-Studentenbund (NSDStB), Auflösung Thessalias durch Gleichschaltung in die Kameradschaft „Deutschherrenritter

• 1939 bis 1945: 10 Thessalen fallen, 6 gelten als vermißt, 4 sterben durch tschechischen Terror

• 1949: erstes Thessalentreffen nach dem Krieg in Oberndorf bei Salzburg

• 19.05.1951: Thessalia Gründungsmitglied der Münchner Burschenschaft Sudetia

• 07.11.1952: Thessalia als eigenständige Burschenschaft in München

• 02.06.1961: Aufgehen der Münchner Burschenschaft Askania, gegründet am 12.07.1949 als erste Münchner Nachkriegsverbindung, in die Thessalia

• 15.07.1961: Thessalia Gründungsmitglied der Burschenschaftlichen Gemeinschaft in DB und DBÖ (BG)

• 11.11.1961: Beitritt Thessalias zum Schwarz-Blauen Kartell

• SS 1970: Übersiedelung an die Universitätsstadt Regensburg, die Traditionsträgerin der alten Prager Karlsuniversität

• 1978: Vertagung und Einstellung des Aktivbetriebs

• WS 1990/91: Wiedereröffnung Thessalias an der Universität zu Bayreuth

• SS 2008: Thessalia übernimmt den Vorsitz der Burschenschaftlichen Gemeinschaft in DB und DBÖ im Geschäftsjahr 2008/2009