Was wir fordern

Aus einer Gemeinschaft wie der unsrigen ergeben sich jedoch nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten. Frei nach dem Motto: "Frage nicht, was die Gemeinschaft für Dich tun kann, sondern frage, was Du für die Gemeinschaft tun kannst", verwirklichen wir so unseren Wahlspruch "Unus pro omnibus, omnes pro uno!".
Wenn Du Dich also für unseren Bund interessierst, mußt Du folgende Voraussetzungen erfüllen bzw. Pflichten übernehmen:

Immatrikulation an einer Hochschule und Studienprinzip
Da wir eine akademische Studentenverbindung sind, versteht es sich von selbst, daß Aspiranten an einer Hochschule mit Promotionsrecht eingeschrieben sein müssen. Für eine erfolgreiche Teilnahme am Aktivbetrieb unseres Bundes ist es natürlich empfehlenswert, an der Universität Bayreuth zu studieren.
Wir erwarten von unseren Mitgliedern einen ernsthaften Studienbetrieb. Dabei läßt sich die Burschenschaft regelmäßig über den jeweiligen Leistungsstand unterrichten.

Pflicht zum akademischen Fechten
Als waffenstudentische Korporation verpflichten wir unsere Mitglieder, drei scharfe Mensuren auf unsere Farben zu fechten.

Dieser alte Fechtsport gehört seit je her zum Verbindungswesen, wie Band und Mütze, und eint daher auch die allermeisten Korporierten zu “Waffenbrüdern”.
Die Extremsituation des Fechtens schweißt uns zu einer starken Gemeinschaft zusammen, wie sie im Leben ihresgleichen sucht.
Dieses Eingehen eines Risikos beweist den Bundesbrüdern einerseits, daß man unbedingt für sie einzustehen bereit ist, andererseits hält sie Opportunisten von unserer Verbindung mit all ihren Vorteilen fern. Eine solche Mensur ist, ähnlich einem Boxkampf, eine faire, sportliche Auseinandersetzung mit überschaubaren Verletzungsgefahren.

Barrikadenkämpfe 1848

Von den anderen beiden waffenstudentischen Verbindungen in Bayreuth unterscheiden wir uns, weil wir die Burschenschaft am Ort sind.
Unsere geschichtliche Entwicklung aus den Freiheits- kriegen gegen Napoleon und der Einigungsbewegung des Vormärz bedingt einen besonderen burschenschaftlichen Wertekanon, dessen Prinzipien sich aus dem burschenschaftlichen Wahlspruch Ehre-Freiheit-Vaterland ergeben.
Diesen Prinzipien hat sich jeder Thessale unterzuordnen.

EHRE
Wir erwarten von einem Thessalen, daß er sich in seinem privaten und beruflichen Leben stets ehrenhaft verhält. Dazu zählen Wahrhaftigkeit, tadelloses Benehmen nach sittlichen Maßstäben, die Würde anderer zu achten und die eigene Ehre unbedingt zu verteidigen.

FREIHEIT
Die Burschenschaft war die erste Bewegung in Deutschland, die sich aktiv - mit Leib und Leben - für die Durchsetzung der bürgerlichen Freiheitsrechte eingesetzt hat.
Deshalb fordern wir von einem Thessalen, für die Wahrung der erstrittenen Rechte jederzeit einzustehen und die Freiheit mit allen erforderlichen Mitteln zu verteidigen.

VATERLAND
Die Burschenschaft hat für ein einiges Deutschland gekämpft; sie sieht im deutschen Vaterland eine von staatlichen Grenzen unabhängige Kulturnation aufgrund gemeinsamer Geschichte, Sprache, gesellschaftlicher Entwicklung etc.
Aus dieser burschenschaftlichen Tradition heraus ist es selbstverständlich, daß nur Thessale werden kann, wer deutscher Herkunft ist, egal welchen Paß er trägt.
Weiterhin tritt die Burschenschaft für das Selbstbestimmungsrecht aller Völker ein.
Dieses gilt es, für das eigene Volk auch unter Einsatz des Lebens zu verteidigen.

Thessalen sollen demnach männliche Studenten deutscher Herkunft sein, die sich geistig und körperlich ausbilden, um später in führender Position für das Wohl eines einigen und freien Vaterlands zu wirken.

Wenn Du Dich nun also bei uns wieder gefunden hast, dann freuen wir uns auf Dich und Deine Vorstellungen.
Wer unseren Anforderungen nicht entsprechen kann, findet bestimmt in einer der anderen Bayreuther Studentenverbindungen seine Bestimmung, wir vermitteln gerne weiter.
Bis dahin alles Gute!